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Sieg beim Bielefelder Higlander Poetry-Slam 2006

Sieg beim Bielefelder Higlander Poetry-Slam 2006



Oh Mann! Ich hatte ja an diesem Abend mit einigem gerechnet. Aber ganz bestimmt nicht damit, dass ich derjenige sein würde, der den Highlander der Slam-Saison 2005/2006 in Bielefeld gewinnt.

(Der Highlander, das ist nicht nur der Höhepunkt der jährlichen Slam-Saison von Oktober bis Juli, bei dem die jeweiligen Monatssieger bzw. Nachrückenden um die „Stadtmeisterschaft“ kämpfen. Nein. Die beiden erstplatzierten haben sogar die große Ehre, Bielefeld bei den Meisterschaften des Poetry Slams im deutschsprachigen Raum zu vertreten. Der sogenannte „National“ oder offiziell „Slam 2006“ findet in diesem Jahr in München statt.)

Doch zurück zu dem Abend, den 19. Juli 2006. Ich hatte mich nur leidlich vorbereitet, das muss ich zugeben. Den Text „Scum“ hatte ich, um es genau zu nehmen, sogar erst einige Stunden vor Veranstaltungsbeginn endgültig fertig und ausgdruckt. Er war ausgelegt auf 10 Minuten, und damit erneut (wie auch in den Vorjahren) zu lang für das Runden-Limit von 5 Minuten. Doch diesmal würde er nur für zwei Runden genügen. Und auf Grund der Tatsache, dass ich sowieso fest mit einem Gesamtsieg von Micha-El Goehre und einem zweiten Platz von Mischael-Sarim Vérollet rechnete, hatte ich mir keine echten Gedanken über einen Final-Text gemacht, sondern nur eben noch einige meiner 5minüter ausgedruckt. Mein Glück.

Denn es kam dann alles ganz anders. Die erste Runde gewann Mischael vor C.J., die damit einen tief traurigen Marc zurückliessen und mit Lampe einen hoffnungsvollen Rookie in ihrer Gruppe hatten. Jedenfalls war es nun auf Grund des Reglements so, dass der Zweitplatzierte der zweiten Runde (meiner) gegen Mischa würde antreten müssen. Da ich Goehre in meiner Gruppe hatte, glaubte ich mein Ende also spätestens im Halbfinale nahen zu sehen, zumal Micha-El seinen „Aufkleber”-Text brachte. Eine Bank, meine Meinung. Und dann war da noch der Glasiator, der immer für eine Überraschung gut ist. Ich als letzter in der Runde an der Reihe brachte dann Part 1 von „Scum“. Als es dann an die Bewertung ging, muss ich offen eingestehen, machte ich mir keine echten Sorgen mehr um den Halbfinal-Einzug war aber weiterhin überzeugt, dass Micha den Gruppensieg klarmachen würde. Pustekuchen! Tatsächlich schaffte ich es an ihm vorbeizuziehen und damit die Begegnung mit Mischa im Halbfinale zu vermeiden. C.J. schien mir hingegen eine lösbare, wenn auch unkalkulierbare, Aufgabe.

Um es kurz zu machen: Mischa schlug Micha-El in einem an Spannung kaum zu toppenden und tränenreichen Stechen. Deutlich weniger aufregend lief dann die Abstimmung zwischen mir und C.J. ab, der offenbar bei der Textwahl ein unglückliches Händchen hatte. Gegen seinen Text aus der Vorrunde hätte ich es schwieriger gehabt.

Was dann folgte, war eines meiner wundervollsten Slam-Erlebnisse.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass alle sehr ausgelaugt waren, sowohl Poeten als auch Publikum, und beschloss, mit den lustigen Sachen aufzuhören und etwas ruhiges im Finale zu bringen. Zumal das Ticket nach München ja bereits gelöst war. Ich entschied mich für „Sarah“, den Text, den ich anlässlich von Sarahs Taufe geschrieben hatte. Mischa begann jedoch erst einmal mit „Au revoir pissoir“. Um ehrlich zu sein: Man sah ihm an, dass das Halbfinale seine Nerven belastet hatte und er wirkte ein wenig ausgebrannt. Ich widmete dann meinen Text Sarah, erklärte warum und begann. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke spürte ich förmlich, dass alle ganz nahm am Text waren. Es war totenstill. Ein Seufzen aus der Ecke links, daran kann ich mich erinnern. Toll! … Abschließend bedankte ich mich noch für einen wundervollen Abend und schlich von der Bühne. Sehr froh, nicht extra Final-Text geschrieben zu haben.

Die Abstimmung warteten Mischa und ich fußballerisch Arm in Arm auf der Bühne ab. Was dort geschah, war unfassbar: Ich hatte es wahrhaftig geschafft, mit einem fast lyrischen Beitrag, der nicht im Ansatz komisch war, den Abend für mich siegrich zu beenden. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben! Denn so muss Poetry Slam sein. Facettenreich, mal lustig, mal nachdenklich. Aber immer intensiv.

Vom entscheidenden Applaus gibt es dank Glasiator einen kleinen Videoclip.

Danke auch an Steffi, die wenigstens versucht hat, mein Nervenkostüm in den entscheidenden Momenten zusammenzuflicken. Es war nie schöner mit dir Gyros zu essen …

Jetzt geht es am 8. November nach München zum Slam 2006. Gemeinsam mit Mischa. Das wird groß!

Und „Sarah“ nehme ich auch mit. Für's Finale. :-)

Links zum Thema:

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Offizielle Pressemitteilung
Slam 2006 - Offizielle Seite
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