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Kometen-Harris am Freitagabend

Kometen-Harris am Freitagabend

Gestern Abend war einer dieser Freitagabende. Völlig geschafft von der Woche die hinter mir lag und in Perspektive auf die Woche vor mir, legte ich mich aufs Sofa. Ebenso hilflos wie hoffnungsvoll dem Fernseher ausgeliefert. Ich war viel zu flau im Verstand, um mich selbst zu unterhalten. Das sollten andere für mich übernehmen. Den Anfang machte gekonnt souverän Günter Jauch. Unspektakulär. Aber nett. Dann schaltete ich ein wenig hin und her und wieder zurück. Schließlich landete ich beiPRO7. Dort schaute gerade eine BBC Reporterin besorgt drein. Unter ihr die Schlagzeile, die verriet, dass ein Komet auf die Erde zurast! Das ganze war natürlich nur ein Film, eine BBC Produktion mit dem Titel: "End Day - Der letzte Tag"
"Cool" dachte ich. "Popcorn-Fernsehen. Genau das richtige."

Und so erschienen weitere besorgte Gesichter. Auch ein Vater, der seinen Sohn in einen Zug setzte, um ihn vor der nahenden Katastrophe zu retten. Um ihn zu evakuieren, aus Berlin. Denn dort, dass hatte man wohl errechnen können, würde der Komet einschlagen. "Schade" dachte ich. bei Hatte es in Armageddon doch wenigstens Paris erwischt. Nun waren also ausnahmsweise mal die Deutschen dran. Das konnte man nach 60 Jahren auch eigentlich mal wieder erwarten. Die Engländer machen einen Film, in dem irgendetwas zerstörerisches auf die Erde knallt. Da muss es zwangsweise uns treffen. Man musste ja schon dankbar sein, dass es nicht wieder Dresden erwischte!

Weitere besorgte Engländer. Ein amerikanischer Politiker gab in einer nachgestellten Pressekonferenz ebenfalls etwas zum besten. Nur kein Deutscher wurde ans gespielte Mikrofon gebeten. Nun ja. Werden wir halt weiter angloamerikanisch befreit und umsorgt. Mir solls recht sein. Zumal mir jede auch so kleine Abneigung sowohl gegenüber Engländern und besonders Amerikanern fehlt.

Und dann geschah die allerschlimmste Katastrophe von allen: Der Film entblösste seine Lieblosigkeit zum Detail. Denn als eine Großbildleinwand erschien, die irgendwo in Berlin aufgehängt war und auf der ein fiktiver deutscher Sender "Info-Kanal" einen weiteren - besorgten - Reporter zeigte, entdeckte ich diesen Satz: "KOMETEN ZUM SCHLAGEN VON DEUTSCHLAND". Frei ins englische zurückübersetzt "COMET TO HIT GERMANY". Danke BBC!

Nein. Wenn schon geopfert, umsorgt und befreit, dann wenigstens mit mehr Liebe und Respekt vor der Sprache unserer Dichter und Denker.

Dann ging alles sehr schnell: Ein paar kleine Kometen explodierten in der Stadt, bevor der dicke Brocken gelassen durch die Wolkendecke brach und alles kaputt machte. Ende. Ach ja: Der landverschickte Junge kam so gerade noch davon.

Ein wenig Genugtuung zog ich aus der Tatsache, dass es sich bei "End Day" um ein "Täglich grüßt das Murmeltier" für Katastrophen-Fans handelte, in dem verschiedenste Szenarien durchgespielt wurden: So wurde dann noch London durch einen Killer-Virus ausgelöscht und halb Amerika durch einen Vulkanausbruch im Yellowstone National Park in Schutt und vor allem Asche gelegt wurde. In der finalen Episode löste dann ein unbeirrbarer Wissenschaftler mit einem Teilchenbeschleuniger ein schwarzes Loch aus, das alles in sich verschlang.

Man möchte sagen: "Gott sei Dank!"




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"Oh, Markus, please, so viel political incorrectness auf kleinstem Raum?? Ne, schön geschrieben, Großer! Ich hab's auch gesehen, und war in der Tat feinste Popcorn-Unterhaltung... Besser war vorher "Category 6 - Tag des Tornados", trotz mieser Spezialeffekte und obwohl Randy Quaid seine Independence Day-Rolle bis ins kleinste Detail kopiert." Mischa



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